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Berlin – Der Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW) Prof. Kurt Bodewig,
Bundesminister a. D., und der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes
(DFV) Dipl.-Ing. Hartmut Ziebs sprachen heute in Berlin über Grundfragen der
Verkehrssicherheit.
Ein Kernthema war das Verhalten von Verkehrsteilnehmern nach einem Unfall.
Trotz vereinfachter Regelungen wird die Rettungsgasse zu oft falsch oder gar nicht
gebildet. Dadurch ist es für die Rettungskräfte der Feuerwehr schwierig, zur
Unfallstelle durchzukommen. Ziebs: „Bei einem schweren Unfall können Sekunden
über das Schicksal eines Menschen entscheiden. Wer Rettungskräfte bewusst
behindert, nimmt in Kauf, dass sie zu spät eintreffen und keine Hilfe mehr leisten
können. Aber: Strafen alleine helfen nicht: Die Menschen müssen noch besser
aufgeklärt werden, damit sie im Ernstfall schnell und richtig handeln und eine
Rettungsgasse bilden. Ich rege an, dass der Hinweis auf Rettungsgassen auch in
Navigationsgeräten gegeben wird. Wir haben im Bundesverkehrsministerium
gefordert, dass eine entsprechende Meldung bei Stau eingeblendet werden soll.“
Bodewig ergänzt: „Bei einem Unfall eine Rettungsgasse zu bilden, muss eine
Selbstverständlichkeit sein. Menschenleben sind nicht verhandelbar. Daher
begrüßen wir die deutlich angehobenen Strafen für Verkehrssünder, die sie nicht
bilden oder am Unfallort sensationslüstern gaffen.“
Am 22. September 2017 hat der Bundesrat einer Verordnung der Bundesregierung
zugestimmt. Diese sieht Geldbußen von mindestens 200 Euro, in schweren Fällen
bis 320 Euro zuzüglich einem Monat Fahrverbot vor, wenn Autofahrer bei
stockendem Verkehr auf Autobahnen keine Rettungsgasse für Polizei und
Rettungskräfte bilden. Bisher waren lediglich 20 Euro fällig

Während das Gaffen lange als Ordnungswidrigkeit galt und mit einem Bußgeld
geahndet wurde, ist es seit Frühsommer 2017 eine Straftat. Wer nun durch Gaffen
an einer Unfallstelle oder Blockieren der Rettungsgasse auf der Autobahn die
Versorgung von Verunglückten erschwert, kann mit bis zu einem Jahr Haft bestraft
werden.
Pressekontakt: Carsten-Michael Pix, Telefon (030) 28 88 48 8-23, E-Mail
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Alle DFV-Presseinformationen finden Sie unter www.feuerwehrverband.de/presse.

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