Schöffengrund-Schwalbach, 02.03. 2016
Wie schon in den letzten Jahren hat der Feuerwehrverband Wetzlar auch in diesem Jahr die „Aktion BOB“ wieder mit einer Spende in Höhe von 250 Euro unterstützt. In der Fahrschule Riedel in Schöffengrund fand die Scheckübergabe statt – als Auftakt zu einem Workshop der „Aktion BOB – die Aktion gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“.

Hierzu trafen sich die beiden Stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Anne Schmitz und Friedel Mehlmann, Kassierer Uwe Mampoteng und Friedhelm Schmitz (Fachbereichsleiter „Ausbildung und Technik“) mit Polizeihauptkommissar Andreas Düding (Leiter Regionaler Verkehrsdienst im Lahn-Dill-Kreis) und Polizeihauptkommissar Björn Petry (Polizeiführer vom Dienst in Gießen). Zuschauer waren Fahrlehrer Jürgen Riedel und die 24 Teilnehmern eines aktuellen Führerschein-C-Lehrgangs.

In seiner Begrüßung wies Friedel Mehlmann sowohl auf die langjährige Zusammenarbeit des Feuerwehrverbandes Wetzlar mit dem Verkehrsdienst des Lahn-Dill-Kreises hin als auch auf die Führerscheinausbildung der Klasse „C“ (vormals Führerschein der Klasse 2). Die meisten Teilnehmer des aktuellen Lehrgangs, der vom Feuerwehrverband Wetzlar organisiert und gefördert wurde, sind aktive Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren aus dem Lahn-Dill-Kreis. Die Führerscheinausbildung begann im August 2015; der Abschluß und die Prüfungen sind nach Ostern 2016.

Polizeihauptkommissar Düding dankte dem Feuerwehrverband Wetzlar für die Spende. Die „Aktion BOB“ wird fast nur durch Spenden finanziert; die Unterstützung seitens des Landes ist sehr gering. Die seit mehreren Jahren regelmäßige Unterstützung durch den Feuerwehrverband Wetzlar e.V. ist daher beispiellos und nicht selbstverständlich.

Der Feuerwehrverband Wetzlar geht jedes Jahr aktiv auf die „Aktion BOB“ zu.Einzigartig ist auch die Zusammenarbeit des Feuerwehrverbandes Wetzlar mit einer Fahrschule (Fahrschule Riedel, Schöffengrund) zwecks Führerscheinausbildung.

Seit der Gründung der „Aktion BOB“ im Jahr 2008 wurden in den mittelhessischen Landkreisen Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf, Gießen und Wetterau ca. 300.000 der bekannten gelben BOB-Anhänger verteilt. Das alkoholfreie Freigetränkt war und ist nur die Grundidee, aber nicht der eigentliche Zweck der Aktion. Ziel war und ist es, die „Unfallursache Alkohol“ anzugehen; die Fahrer sollen Verantwortung zeigen und übernehmen. Weitere Informationen zur „Aktion BOB“ sind im Internet zu finden unter http://www.aktion-bob.de/ , der offiziellen Startseite der „Aktion BOB“.

In dem anschließenden, etwa zweistündigen Workshop informierte Polizeihauptkommissar Düding zum Thema „Alkohol im Straßenverkehr“ und Polizeihauptkommissar Petry zum Thema „Drogen im Straßenverkehr“; schwerpunktmäßig die sogenannten „weichen Drogen“ wie Haschisch und Marihuana. Neben dem Vortrag mit Bildern entstand ein intensiver Dialog mit den Teilnehmern. Dieser Workshop wird zum Lernprogramm der Führerscheinausbildung angerechnet.

Die beiden Hauptkommissare und ihre Kollegen üben die Tätigkeiten für die „Aktion BOB“ im Nebenamt aus. Als Zielgruppe werden besonders junge Menschen angesprochen, die gleichzeitig auch Fahranfänger sind. Die „Unfallursache Alkohol“ konnte in den letzten Jahren nachweislich gesenkt werden.

In seinen Ausführungen wies Polizeihauptkommissar Düding darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer Auffälligkeit im Straßenverkehr mit dem Alkoholkonsum steigt. Bei Unfällen im Zusammenhang mit Alkohol sind oft junge Leute im Alter von 18 bis 24 Jahren betroffen. Seit 2008 konnte die „Unfallursache Alkohol“ um 60% gesenkt werden.

Ein Vergleich der statistischen Angaben aus dem Jahr 2006 (vor der „Aktion BOB“) und dem Jahr 2014 zeigt die Veränderungen für die vier Landkreise in Mittelhessen:

--> in diesen Jahren ereigneten sich jeweils etwa 21.000

--> Verkehrsunfälle die Anzahl der Verletzten sank von ca. 5.000 auf

--> etwa 3.400 die Zahl der Verkehrstoten sank von 67 auf 27

Weitere häufige Unfallursachen – neben Alkohol und Drogen – sind nichtangepaßte Geschwindigkeit, Handy-Nutzung, Ablenkung sowie Leichtsinn bzw. Selbstüberschätzung.

Wie Polizeihauptkommissar Düding betonte, ist die „Aktion BOB“ nicht gegen Alkohol.

Ziel ist es, bei den Autofahrern die Einsicht zu festigen:

--> „Wer Alkohol trinkt, fährt nicht mehr !“

--> „Wer Alkohol trinkt, setzt sich nicht mehr ans Lenkrad !"

--> „Wer Alkohol trinkt und trotzdem fährt, verliert alles!“

In diesem Zusammenhang ist auch das Verhalten des Beifahrers oder der anderen Mitfahrer und deren rechtzeitiges Einwirken auf den alkoholisierten Fahrer entscheidend.

Während die Promillegrenzen weitgehend geläufig sind, wird das Drogenproblem in Häufigkeit und Wirkung unterschätzt. Für Drogen gibt es keine Freigrenzen bzw. keine Freimengen. Hauptkommissar Petry wies auch auf die emotionalen, finanziellen und strafrechtlichen Folgen des Drogenkonsums hin. Der Verlust des Führerscheins und somit eine starke Einschränkung an Mobilität, die eine Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluß nachsichziehen kann, ist nur ein Teil davon.

Text und Bilder: Michael Trägner (Feuerwehrverband Wetzlar)

Bild 1: Der Stellvertretende Verbandsvorsitzende Friedel Mehlmann überreicht den Spendenscheck an Polizeihauptkommissar Andreas Düding.

Bild 2 und Bild 3: Gruppenbild nach der Spendenübergabe.

Von links: Friedhelm Schmitz (Fachbereichsleiter „Ausbildung und Technik“), Friedel Mehlmann (Stellvertretender Verbandsvorsitzender), Polizeihauptkommissar Andreas Düding, Polizeihauptkommissar Björn Petry.

Bild 4 und Bild 5: Impressionen aus dem Workshop.

Polizeihauptkommissar Andreas Düding zeigt die verschiedenen Unfallursachen.

 

Bild 6: Polizeihauptkommissar Björn Petry informiert über die Wirkung von Drogen im Straßenverkehr und die möglichen Folgen für den Fahrer.

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